Das Bergwerk – Daten und Fakten
Auswirkungen des Bergwerkbetriebs
Die Vorbereitungen für den Gipsabbau an der Altertheimer Mulde beschäftigen uns seit dem Jahr 1997, wir kennen die Geologie und haben sprichwörtlich jeden Stein umgedreht. Bereits sehr früh haben anerkannte Gutachter mögliche Effekte weitreichend untersucht, in Bezug auf Umweltverträglichkeit, Lärm, Verkehr und Staub. Daher lassen sich präzise Aussagen dazu treffen, wie sich der Betrieb des Bergewerks auf die Umgebung auswirkt.
Auf die Arbeiten unter Tage wird an der Erdoberfläche nur wenig hindeuten: Die Betriebsstätte liegt außerhalb des Ortes und kann von dort aus nicht eingesehen werden. Durch eine Rampe (Tunnel) gelangen wir an das Gipsvorkommen (Lagerstätte). Im Bergwerk wird der Gips durch Bohren und Sprengen abgebaut, davon spürt und hört man an der Tagesoberfläche nichts. Der Staub setzt sich ab und bleibt im Bergwerk. Stück für Stück arbeiten wir uns dann vor, voraussichtlich über vier bis fünf Jahrzehnte. Das gewonnene Material wird über eine Förderbandanlage – perspektivisch CO2-neutral – an die Oberfläche transportiert und dort verladen.
Circa die Hälfte des Gipses bleibt stehen – und trägt den Berg.
Beim Bergbau greifen wir auf das bewährte Kammer-Pfeiler-Verfahren zurück. Dabei bauen wir nur die Hälfte des Gipses ab, das restliche Material bleibt als Stütze (Pfeiler) stehen. Diese Pfeiler tragen das Gebirge über der Lagerstätte sicher und dauerhaft. Jede der Pfeiler ist etwa 21 Meter breit und ebenso lang. Dazwischen bauen wir das Material ab – gewissermaßen in Tunneln, die acht Meter breit und sieben Meter hoch sind. Diese Flächen heißen Kammern. Den Kammer-Pfeiler-Bau wenden wir weltweit in vielen Bergbau-Projekten sicher an.
Wie sich die Zugangsrampe zum Bergwerk auf die Grundwasserschicht auswirkt:
Der Zugangstunnel, angelegt als Transportrampe und ein Schacht zur Belüftung führen mit wenigen Metern Durchmesser als einzige Verbindungen zur Tagesoberfläche – wie zwei Strohhalme im Main. Nach neustem Stand der Technik wird ein Tunnel mit nur wenigen Metern Durchmesser gebaut.
Abdichtungsmaßnahmen trennen das Wasser verlässlich von der innenliegenden Röhre. Das Grundwasser fließt nach der Fertigstellung ungehindert um Rampe und Schacht herum. Alle Arbeiten werden wir von Fachfirmen durchführen lassen. Für diese ist das Erstellen von Bauwerken in grundwasserführenden Schichten geübte Praxis.
Dieses Gipsvorkommen leistet einen wichtigen Beitrag, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen – und mehr als 2.500 Arbeitsplätze in der Region zu sichern.
Streckenverlauf der Transportroute
Die Transportroute wurde sehr sorgfältig festgelegt, um Belastungen zu minimieren.
Die Einfahrt des Bergwerks wird über einen Wirtschaftsweg mit der Staatsstraße 2297 verbunden, die in die L578 mündet. Die Strecke zur A81 beträgt etwa vier Kilometer und führt durch weitgehend unbewohntes Gebiet. Auf der A3 führt die Strecke in die entgegengesetzte Richtung von Helmstadt und Waldbrunn, vorbei an Würzburg. An der Ausfahrt Kitzingen/Schwarzach geht es ab zu den nahe gelegenen Werken in Iphofen und Markt Einersheim. Mit dieser Route umgehen wir Wohngebiete; durch Kitzingen fahren wir entlang der Staatsstraße 2271 und der Panzerstraße im Gewerbegebiet, um Störungen zu minimieren.
Wir prüfen Möglichkeiten, elektrische LKW oder LKW mit Wasserstoffantrieb für den Transport einzusetzen. Ziel ist es, die Belastung für die Menschen noch weiter zu reduzieren. Die Produktionsstätten bei Iphofen, in denen der Gips weiterverarbeitet wird, liegen nur 55 Kilometer weit entfernt. Damit sind elektrisch betriebene LKW real umsetzbar.
Natur und Umwelt bleiben intakt
Nachhaltigkeit ist bei Knauf gelebte Wirklichkeit und fest in den Unternehmenswerten verankert. Knauf bekennt sich zu einem verantwortungsvollen Umgang mit der Natur. Der Gipsabbau in Altertheim erfolgt ausschließlich unter Tage – der Eingriff in die Natur ist minimal.
Wir bauen in Hüttenheim in einem sehr ähnlichen Bergwerk bereits seit 1957 untertägig Anhydrit in einem vergleichbaren Verfahren ab. Hier und andernorts haben wir umfangreiche, positive Erfahrungen damit gesammelt, die bestätigen: Gipsabbau unter Tage zeigt keine Auswirkungen auf die lokale Natur und das Grundwasser. Jeder, der auf dem Areal spazieren geht, kann sich selbst davon überzeugen: Flora und Fauna sind intakt und gedeihen.
Gute und sichere Arbeitsplätze
Der Abbau von Gips sichert und schafft Arbeitsplätze in unserer Region.
Übersicht der erstellten Gutachten
Genehmigungsprozesse dieser Art bauen in Deutschland auf viel Erfahrung und Expertise auf. Dabei werden alle Aspekte vorab geprüft. Sämtliche Auswirkungen, welche der Gipsabbau haben wird, werden von unabhängigen Gutachtern festgestellt. Sie bewerten diese und geben Empfehlungen für eine Minimierung. Den zuständigen Behörden werden die Gutachten vorgelegt und von diesen auf Vollständigkeit und Plausibilität geprüft. Im Rahmen der öffentlichen Auslegung können die Gutachten eingesehen werden. Unter anderem sind die folgenden Gutachten erstellt worden:
Hydrogeologie
- Gutachtenerstellung: 2024
- Untersuchungszeitraum: 2021-2024
- Untersuchungsgegenstand: Mögliche Auswirkungen des Gipsabbaus auf lokale Trink- und Grundwasservorkommen
Verkehr
- Gutachtenerstellung: 2024
- Betrachtungszeitraum: 2027-2052
- Untersuchungsgegenstand: Mögliche Auswirkungen des Abtransports auf lokalen Verkehr
Lärmimmissionen
- Gutachtenerstellung: 2024
- Berechnungsumfang: Abbaumenge von bis zu 1.000.000 t pro Jahr
- Untersuchungsgegenstand: Mögliche Auswirkungen des Gipsabbaus auf Verkehrslärm und lokale Lärmentwicklung
Staubentwicklung
- Gutachtenerstellung: 2024
- Berechnungsumfang: Abbaumenge von bis zu 1.000.000 t pro Jahr
- Untersuchungsgegenstand: Mögliche Auswirkungen des Gipsabbaus auf die lokalen Staubimmissionen
Spreng-/Bohrerschütterungen
- Gutachtenerstellung: 2024
- Berechnungsumfang: Maximale Lademenge und minimale Abstandswerte
- Untersuchungsgegenstand: Mögliche Erschütterungen in Folge des Gipsabbaus
Artenschutz
- Gutachtenerstellung: 2024
- Untersuchungsgebiet: 60 ha Agrarland im Umkreis des Bergwerks
- Untersuchungsgegenstand: Mögliche Auswirkungen des Gipsabbaus auf die lokale Tierwelt
Standsicherheit
- Gutachtenerstellung: 2024
- Untersuchungsgegenstand: Numerischer Nachweis eines langfristig standsicheren Kammer-Pfeiler Abbaus
Was nach Ende unserer Arbeiten passiert
Nach dem Ende des Abbaus werden die Hohlräume dauerhaft gesichert. In einem separaten Genehmigungsverfahren werden durch die zuständigen Behörden die dafür erforderlichen Arbeiten festgehalten.
Bis zur abschließenden Umsetzung dieser Arbeiten wird der Betrieb und die Sicherheit des Bergwerkes durch das Bergamt Nordbayern beaufsichtigt und überwacht.
Die übertägigen Anlagen werden zurückgebaut. Die Flächen werden wieder nutzbar gemacht: Als landwirtschaftliche Fläche, für die Forstwirtschaft oder als Naturbiotop.
