Gips aus der Region für die Region
Warum das Gipsvorkommen in der Region so wichtig ist
Deutschland steht vor großen Herausforderungen, um neuen Wohnraum zu schaffen. Zum einen fehlen hunderttausende bezahlbare Wohnungen. Zum anderen sind die Preise für Baustoffe und Handwerksleistungen stark gestiegen, und es mangelt aufgrund von Lieferengpässen an Materialien.
Gips ist unverzichtbar, um diesen Herausforderungen zu begegnen
Er ist in nahezu jeder Wohnung verbaut. Ob etwa in Massiv- oder Fertighäusern, beim Aufstocken bestehender Gebäude oder im Leichtbau, als Trennwand, als Decke, Putz oder Estrich – stets kommt Gips zum Einsatz. Allein hierzulande liegt der Bedarf bei 10 Millionen Tonnen pro Jahr.
Die Vorteile von Gips liegen auf der Hand: Er ist im Vergleich zu vielen anderen Baustoffen umweltfreundlich, leicht, bezahlbar – und in Deutschland regional in großen Mengen natürlich vorhanden. Gips vor Ort abzubauen, macht uns unabhängiger von Importen – und reduziert den CO2-Ausstoß im Vergleich zu von weit her angelieferten Mengen.
Gips droht knapp zu werden
Wir müssen Gips zunehmend natürlich gewinnen, denn derzeit decken wir ca. 40 Prozent des Rohstoffbedarfs über REA-Gips ab, ein Nebenprodukt aus der Kohleverstromung. Mit dem bereits beginnenden Ausstieg aus der Kohleverstromung, spätestens aber mit deren vollständigem Ende im Jahr 2038, wird der REA-Gips nicht mehr zur Verfügung stehen.
Eine vom Bundeswirtschaftsministerium beauftragte Studie bestätigt, dass die Versorgung mit Gipsrohstoffen über die nächsten 25 Jahre gefährdet ist. Ein verstärkter Einsatz von Naturgips wird empfohlen. Auch die von der Bundesregierung eingesetzte Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ empfiehlt ausdrücklich eine stärkere Gewinnung von Naturgips. Laut einer Studie der Technischen Hochschule Rosenheim (2023) können zudem alternative Baustoffe wie Lehm oder Holz den Gipsbedarf aufgrund ihrer begrenzten Verfügbarkeit nicht ersetzen.
Gips-Recycling allein reicht nicht aus
Gips ist im Prinzip vollständig recyclingfähig und behält seine Materialqualität. Knauf arbeitet global daran, die Recyclingmöglichkeiten zu verbessern und den Recyclinganteil weiter zu erhöhen. Der Neubau von Gebäuden übersteigt jedoch den Rückbau, was neben gesetzlichen Hürden die verfügbare Recyclingmenge begrenzt. Recycling allein kann den zukünftigen Gipsbedarf nicht ausreichend abdecken. Laut einer Studie im Auftrag des Umweltbundesamtes können bis 2030 maximal 10% des Bedarfs durch Recycling gedeckt werden.
Das Gipsvorkommen in der Altertheimer Mulde spielt dabei eine entscheidende Rolle
Gips wird hier lokal gewonnen und versorgt die Region Würzburg und das Umland zuverlässig mit einem wichtigen Baustoff. Dadurch reduzieren wir die Abhängigkeit von Importen und stärken die regionale Wirtschaft in Würzburg und der gesamten Region. Bergbau vor Ort vermeidet lange Transportwege und reduziert den CO₂-Ausstoß im Vergleich zu Importen. Importgips verursacht fast 9-mal mehr CO₂-Emissionen beim Transport als der regionale Abbau. Mit dem Bergwerk in Altertheim könnten jährlich rund 29.000 Tonnen CO₂ eingespart werden – verglichen mit der Import-Alternative.
Die geologischen Voraussetzungen sind günstig und die Qualität des Gipses hoch. Der Abbau wird in 70 bis 130 Metern Tiefe erfolgen, mindestens neun Meter unter den grundwasserführenden Schichten. Über Tage sieht und hört man davon nichts – bis auf die Betriebsstätte des Bergwerks und den Abtransport.
Für die Region Würzburg bedeutet das: ein wichtiger Rohstoff aus der unmittelbaren Umgebung, kurze Transportwege, geringere CO₂-Emissionen und eine zuverlässige Versorgung für das Bauwesen und die Menschen, die bezahlbaren Wohnraum benötigen.
Abbaumenge
Der Gipsbedarfs Deutschlands liegt bei ca. 10 Millionen Tonnen pro Jahr. In der Altertheimer Mulde wollen wir zu Beginn jährlich rund 300.000 Tonnen Gips fördern.
* künftig bis zu 1 Million Tonnen
Der Gipsbedarfs Deutschlands liegt bei ca. 10 Millionen Tonnen pro Jahr. In der Altertheimer Mulde wollen wir zu Beginn jährlich rund 300.000 Tonnen Gips fördern.
Parallel zum Wegfall des Gipses aus Rauchgasentschwefelungsanlagen (REA-Gips) planen wir die Abbau-Menge schrittweise zu erhöhen, auf perspektivisch bei bis zu einer Million Tonnen pro Jahr.
Das klingt viel, ist aber bezogen auf den gesamten Gips-Verbrauch in Deutschland eine kleine Menge. Insgesamt rechnet Knauf im Bereich der Altertheimer Mulde mit einem Gipsvorkommen von rund 100 Millionen Tonnen, von dem etwa die Hälfte abgebaut werden kann.
Der Abbau könnte dann insgesamt rund 60 Jahre dauern, wenn wir von leicht ansteigenden Abbaumengen über die Jahre ausgehen.